Besuch im Zachäus – Haus in Gitega/Burundi

Der Ausschuss „Mission Eine Welt“ der Hechinger katholischen Kirchengemeinde hatte nach einigen Jahren wieder direkten Kontakt mit dem Partnerprojekt in Burundi. Das jüngste Mitglied des Ausschusses, Ellen Kienzle, hat auf eigene Kosten das Zachäus – Haus in Gitega/Burundi besucht. Dieser Tage konnte die junge Frau  den Mitgliedern des Ausschusses von ihren Eindrücken berichten. Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer bedankte sich für ihr ungewöhnliches Engagement. Wurde dadurch doch nach der langen Corona - Pause der so wichtige direkte Kontakt mit den Kindern und Schwestern im Zachäus – Haus wieder aufgenommen. In diesem Jahr konnten Beinprothesen schon für acht Mädchen und Jungen finanziert werden; eine großartiges Ergebnis menschlicher Solidarität über Kontinente hinweg.

Der Bericht von Ellen Kienzle finden Sie im Folgenden:

Zu tiefst berührt und beeindruckt darf ich Ihnen von meinem Aufenthalt in Burundi in Afrika berichten. Mein Name ist Ellen Kienzle und ich bin Mitglied im Ausschuss „Mission Eine Welt“ der katholischen Kirchengemeinde  in Hechingen. Seit 30 Jahren wird das „Zachäus – Haus“  in Burundi durch unseren Ausschuss und die Hechinger Bevölkerung unterstützt.

Das Zachäus – Haus  ist eine Einrichtung in Gitega, einer bedeutenden  Stadt im Herzen des afrikanischen  Landes. Es bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit körperlicher Behinderung die Chance auf Therapie, Schulbildung und Versorgung. Momentan wohnen mehr als 90 Kinder und Jugendliche dort. Alle  haben mich ganz herzlich willkommen geheißen und mich schnell in ihre Mitte aufgenommen. Ich durfte in meinen Semesterferien im März und April ganze sieben Wochen am Leben der Kinder teilhaben und konnte dadurch nicht nur einen Einblick in ihren Alltag, sondern auch in die Feldarbeit, Näh- und Stickfertigkeiten und gemeinsame Gottesdienste gewinnen.  Die beschwerliche Arbeit in der Landwirtschaft wird hier ohne  maschinelle Hilfe Hand in Hand verrichtet, begleitet  von Gesprächen und Gesang. Das Zachäus - Haus wird von einer Gemeinschaft aus sechs Ordensschwestern betreut und geleitet. Es sind afrikanische „Bene – Thereziya“ - Schwestern. Bereits vor 93 Jahren hat eine deutsche „Weiße Schwester“ diesen Orden gegründet. In dieser  Gemeinschaft habe ich mich sofort wohlgefühlt. Glücklicherweise war es uns möglich, auf Französisch zu kommunizieren, weshalb  sie mir viel über die Kinder und das Haus erzählen konnten.

 Vielleicht können sich einige  noch an die Weihnachtsaktion im Dezember 2018 erinnern, mit der das Haus durch Hechinger  Spenden einen Lastwagen kaufen konnte. Er unterstützt die Menschen im Zachäus - Haus nun dabei , die Ernte vom Feld ins Zentrum zu transportieren. Besonders bei den unebenen Straßen ist das robuste Gefährt eine entscheidende  Hilfe.  Neben solchen Sonderaktionen gehen regelmäßig  Spenden aus Hechingen nach Gitega. Davon werden Prothesen, Medizin und Hygieneartikel für die Kinder finanziert. Die lebenswichtigen Nahrungsmittel, wie Bohnen, Reis und Mais, müssen  von den Spendengeldern zusätzlich zu den Eigenprodukten hinzugekauft werden. Es war großartig zu sehen, wie die Kinder und junge Erwachsene in Afrika   von Hechingen aus unterstützt werden  und wie ihnen so einiges, z.B.   der tägliche Bewegungsablauf durch die Prothesen, leichter fällt. Und deshalb freut es mich umso mehr,  berichten zu können, dass die Spenden, die das Zachäus - Haus seit Jahren erreichen und hoffentlich noch lange Zeit erreichen werden, sinnvoll und zur  unmittelbaren  Hilfe  eingesetzt werden.

Was mir nach meiner Reise bleibt, sind wundervolle Erinnerungen an ganz besondere Menschen, denen die Lebensfreude ins Gesicht geschrieben steht - und dafür bin ich sehr dankbar.

Ellen Kienzle