Soziales Großprojekt wird gewagt

Verwaltungsstudierende wagen ein Großprojekt

Ein Projekt unserer Oberministrantin Teresa Burkard aus Burladingen:

14 Studierende der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen (HVF) in Ludwigsburg nehmen einen Flüchtling auf! Das stellt die jungen Erwachsenen aus ganz Baden-Württemberg vor schwierige Aufgaben. Doch gemeinsam mit viel Unterstützung können sie das meistern.

Neustart in Ludwigsburg. Diese drei einfachen Wörter brachten den Stein ins Rollen. Aus dem "Public Management-Jahrgang" 2022 interessierten sich 14 Studierende dafür, einen Flüchtling beim Neustart, beim Ankommen in Ludwigsburg zu unterstützen. Im September 2022 lernte sich die Gruppe kennen und nur zwei Tage später war schon klar: Wir starten ein Pilotprojekt - und das mit reichlich Engagement.

Das Vorhaben ist an der Hochschule in ein so genanntes „Fachprojekt“ eingebettet, bei dem studentische Teams in zwei Semestern gemeinsam ein reales Projekt planen, durchführen und evaluieren. Zusammen mit dem Migrationsforscher Prof. Dr. Alexander Loch (HVF) und der Zivilgesellschaftlichen Kontaktstelle des Programms „NesT“ wurde das Vorhaben „Neustart in Ludwigsburg“ konkret geplant. Schließlich wurde die Umsetzung mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgestimmt.

Und natürlich, die Gruppe ist motiviert und nimmt die Herausforderung an: Das Programm "NesT - Neustart im Team" ist ein staatlich-zivilgesellschaftliches Aufnahmeprogramm für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge (https://www.neustartimteam.de). Das sogenannte Resettlement“-Verfahren ermöglicht diesen Personen die legale und sichere Einreise. Den Status eines anerkannten Flüchtlings zu erhalten ist nicht immer leicht. Die durch NesT betreuten Personen jedoch erhalten von Anfang an diesen Aufenthaltstitel für zunächst drei Jahre.

Jeweils eine Mentoring-Gruppe in Deutschland begleitet eine oder mehrere Personen beim emotionalen und strukturellen Ankommen. Soziale Integration, Behördengänge, die Jobsuche und viele weitere Kleinigkeiten sind für uns selbstverständlich. Ein Neuankömmling braucht hierbei Unterstützung. Diese bekommt er oder sie von der Mentoring-Gruppe während eines Jahres und darüber hinaus. Eine weitere Aufgabe ist es, Wohnraum für den Flüchtling zu stellen und diesen auch für ein Jahr zu finanzieren.

Bisher haben in ganz Deutschland etwa 30 Mentoring-Gruppen einen Flüchtling aufgenommen. Bei einer Informationsveranstaltung in Ludwigsburg war die Leiterin der NesT Kontaktstelle, Frau Dr. H. Braun nun überrascht! Die bisherigen Gruppen in Deutschland waren tendenziell Erwachsene, die schon 30 Jahre, oder deutlich älter waren. In der neuen Ludwigsburger Gruppe, die sich selbst "NeSt - Neustart mit Studierenden" nennt, hat noch keiner nur ansatzweise das 30. Lebensjahr erreicht.

Nach der Entscheidung das Pilotprojekt anzugehen, war die To-Do-Liste der Studierenden lang. Schnell war klar, der Verwaltungsdschungel ist für die angehenden Verwaltungsbeamten kein Problem. Anders sieht das aus, wenn es um die Wohnungssuche und die Finanzierung geht. Hier muss mit viel Ausdauer an die Sache gegangen werden. Für die Finanzierung wird Hilfe benötigt, das war den Studierenden schnell klar. Sie sind auf jede Unterstützung angewiesen.

Mit der bestmöglichen Unterstützung werden die evangelische Studierendengemeinde und die katholische Hochschulgemeinde, sowie der AStA, die HVF und natürlich auch die NesT-Kontaktstelle der Gruppe zur Seite stehen.

Mit Aktionen wie "Spendier ein Bier!" möchte die Gruppe ihre Kommilitonen zum Spenden animieren. An Kreativität fehlt es den Studierenden nicht, es ist eine Herzenssache, für die sie sich kräftig ins Zeug legen. Und das ist neben dem stressigen Hochschulalltag gar nicht so selbstverständlich, ebenso wie der Umfang des Projekts, denn das Team hat sich fest entschieden, der besonders schutzbedürftigen Person auch über das offizielle Ende des Fachprojekts hinaus Begleiter und Rückhalt zu sein.

Helfen auch Sie einem Flüchtling, der von jungen Studierenden betreut wird, mit einer kleinen Spende, einfach über PayPal oder per Überweisung.

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IBAN: DE91 6045 0050 1002 2480 96

BIC: SOLADES1LBG

Im Moment wartet ein Mensch noch in einem Flüchtlingslager auf eine Resettlement-Möglichkeit. Vielleicht haben Sie Hinweise, wo in Ludwigsburg oder Umgebung ein WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung frei wird, in der dieser Mensch einziehen könnte. Sehr gerne kann das Team bei Fragen oder Tipps per E-Mail kontaktiert werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.