1. Fastensonntag

Kehrt um und glaubt an das Evangelium

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste.
Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste
und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
Er lebte bei den wilden Tieren
und die Engel dienten ihm.
Nachdem Johannes ausgeliefert worden war,
ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um
und glaubt an das Evangelium!  (Mk 1,12-15)



Kehrt um und glaubt an das Evangelium, auf griechisch heißt es
„Metanoite“ -  lerne neu zu denken.
Wir alle tragen Glaubenssätze in uns, meist unbewusst und doch glauben wir so fest daran, dass Sie unser Denken und Handeln in vielen Situationen bestimmen. Kommen Ihnen diese Sätze bekannt vor: „Ich bin nicht gut genug. Ich brauche Anerkennung, sonst kann ich nicht leben. Ich muss es richtig machen. Ich tue nicht genug. Immer wenn es richtig gut läuft, kriege ich wieder eines übergebraten.“
Neu denken lernen nach dem Evangelium heißt nichts Radikaleres als
„Nimm nicht mehr dich in den Mittelpunkt sondern Gott.“
Von ihm her denken heißt für mich: Gott ist gut und alles was ich habe und bin ist ein Geschenk von ihm. Ich bin ein geliebtes Kind Gottes: und  Ja, ich bin ein Mängelwesen, aber ein angenommenes. Der Blick geht nicht erst auf meine Schattenseiten, sondern auf das göttliche Licht.
Danken Sie zunächst einfach mal Gott, dass er Ihnen Leben geschenkt hat und sie liebt wie sie sind. Carl Rogers, ein großartiger Psychologe, wusste schon: Nur was angenommen ist, kann sich verändern.
Wie wäre es, wenn Sie als Umkehrübung in dieser Fastenzeit mal radikal neu denken lernen: Statt danach zu streben, den eigenen Mangel durch Abwertung anderer oder von sich selbst zu füllen zu sagen: „Gott du bist gut und du hast auch mich gut gemacht. Das ist der Grund aus dem ich lebe.“
Das sind Glaubenssätze aus dem Evangelium. Aus ihnen zu leben wäre eine wahre Umkehr und Abkehr von viel Mangelwirtschaft in unserem Leben.

Inspiration:
-    Welchen Glaubenssätzen sind Sie bis hierher gefolgt?
-    Wie könnten neue, evangeliumsmäßige Sätze für Sie lauten?

Peter Duttweiler, Pastoralreferent