Impuls zum 4. Sonntag der Osterzeit

Impuls zum Heiligen Fidelis von Sigmaringen (1578 – 1622) Patron von Hohenzollern
Am 24. April feiern wir den Gedenktag des Hl. Fidelis von Sigmaringen. Er wurde im September /Oktober 1578 in Sigmaringen als Sohn des Bürgermeisters und Adlerwirts Roy geboren. Er studierte an der Universität in Freiburg, promovierte 1603 in Philosophie und studierte danach Jura. 1605 bis 1610 bereiste er als Hofmeister adeliger junger Männer Frankreich, Italien und die Niederlande zum Erlernen der Sprachen, zu Studien über den "Weltlauf" und Vervollständigung seiner Ausbildung. 1611 promovierte er in Kirchenrecht und im weltlichen Recht. 1611 bis 1612 wirkte er als Gerichtsrat in Ensisheim im Elsass, wobei er sich das Prädikat "Advokat der Armen" erwarb. Aber schon nach einem Jahr gibt Markus Roy sein Amt wieder auf. Nach Angaben der meisten Biographen ist er angewidert von der gewissenlosen Berufsauffassung seiner Kollegen, der allgegenwärtigen Korruption im Rechtswesen und den zahlreichen Fehlurteilen der Gerichte.
Markus Roy wurde 1612 in Konstanz zum Priester geweiht und trat mit dem Namen Fidelis, d. h. der Treue in den Kapuzinerorden ein. Er war Prediger und Guardian in der Schweiz und Vorarlberg. 1622 wurde ihm die rätische Mission, d. h. die Bekehrung der Kalvinisten Graubündens aufgetragen.  
Es war eine unruhige und aufgewühlte Zeit. Die beiden christlichen Konfessionen bekämpften sich. Die Verhetzungen waren so schlimm, dass man sie zu den näheren Ursachen des 3o jährigen Krieges zählte, der von 1618 bis 1648 wütete.
Als Kapuziner setzte er seine Missionstätigkeit durch Predigt und Christenlehre fort. Er verteidigte seinen Glauben selbst auf die Gefahr hin, dafür sterben zu müssen.
Das Anliegen des Fidelis war die getrennten Christen wieder zusammenzuführen. Er war gekennzeichnet durch eine starke Frömmigkeit was die Inhalte seiner Gebete zeigen.
„Erbarme dich, gütigster Vater der Erbarmungen,“ so flehte er, „einer solchen Welt und führe die dem Glauben entfremdeten Völker zurück zur Erkenntnis der Wahrheit.“
Fidelis betete für heroische Liebe. Er war überzeugt, dass diese am ehesten die Umkehr bringen könnte.
Das Unheil der Glaubensspaltung war damals nicht unversehens über die Christenheit hereingebrochen. Auch Diener der Kirchen trugen dazu bei durch ihre Nachlässigkeit im Dienst Gottes und durch ihren schlechten Lebenswandel. Nur ein ernst machen mit dem Leben gemäß dem Evangelium konnte dem Unheil noch wehren.

Was kann der Hl. Fidelis uns heute mitgeben?
Fidelis hat sich dem Anruf des Evangeliums geöffnet. Er setzte auf Gebet und Gnade. Er war gewiss, Gott liebt ihn.  Er kann uns  ermuntern uns dem Anruf des Evangeliums zu stellen und auf das Gebet zu vertrauen. Er zeigt uns, dass wir als Kirche eine betende Kirche sein mögen. Durch das Gebet empfangen wir Kraft und werden  in der Liebe beschenkt.

Fidelis betete für heroische Liebe. – Auch wir dürfen um Liebe beten und nach der Liebe leben. An den Früchten werdet ihr sie erkennen.
Die Menschen spüren, wie weit unsere Liebe ernst gemeint ist. Sie gibt uns und unseren Gemeinden eine Ausstrahlungskraft.
Ein wichtiges Anliegen des Hl. Fidelis war die Glaubensspaltung zu überwinden. Die christlichen Konfessionen gehen heute anders miteinander um als zur Zeit des Hl. Fidelis. Doch haben wir das Gebot  „Damit sie alle eins werden“ ernst zu nehmen.  Er kann für uns Anstoß sein an unseren ökumenischen Beziehungen weiterzubauen, aufeinander zuzugehen, miteinander unseren Glauben zu leben und zu bezeugen.
Fidelis wurde am 24. April 1622 in Seewis in Graubünden  von kalvinistischen Bauern erschlagen.
Am 24. März 1729 wurde Fidelis von Papst Benedikt XIII. selig-, am 29. Juni 1746 von Papst Benedikt XIV. heiliggesprochen. 1926 wurde er zum Patron von Hohenzollern ernannt.

Reliquie des Hl. Fidelis in der Pfarrkirche St. Fidelis zu Burladingen.


Am Fidelistag, 24. April, ist  sie auf dem Fidelisaltar  zu sehen.

Hier noch der Link zum Fidelislied
(7) Das Fidelislied "Nun lasst ein Lied erklingen" - YouTube

Pfarrer Konrad Bueb

Das 1992 errichtete Fidelisbrünneli am Ort seines Todes in Seewis/Graubünden

 

 

              Das 1992 errichtete Fidelisbrünneli am Ort seines Todes in Seewis/Graubünden